Warum soll man Kinder nicht loben, sie brauchen doch Bestätigung?

 Wir machen sie dadurch von uns abhängig. Kinder malen von sich aus liebend gerne und empfinden es als zweckfreies, grenzenloses Spiel, und jede Einmischung kann dieses lebenswichtige und sensible Gefüge stören, ja sogar verhindern. Unsere schweigende Gegenwart und innere Zustimmung, genaues Hinschauen, ein Lächeln und das Wissen um die Formulation bedeuten die Bestätigung, die den fruchtbaren Boden für die kindliche Entwicklung bildet.

 „So wie Kinder Puppen und Püschtiere als unbezweifelte Lebewesen annehmen, haben sie die Fähigkeit, auch an Bilder zu glauben. Aber viel stärker erleben sie die selbst erzeugten.“

 

Warum ist die Frage „Was hast du da gemalt?“ hinderlich und keineswegs nützlich?

 Weil wir Kindern dadurch vermitteln, es muss etwas bestimmtes dargestellt werden, es könne nicht absichtslos – „einfach so“ – gemalt werden. Kinder gehen instinktiv, spontan ans malen heran, diese wunderbare Fähigkeit zu erhalten und nicht zu hemmen, ist unsere Aufgabe.

 „Es ist nicht nur sinnlos, sondern ganz besonders schädlich, diesen natürlichen Ausfluss einzudämmen, und aus der Fähigkeit, eine Spur zu erzeugen, etwas anderes werden zu lassen als allein die Möglichkeit dieser Äußerung. Leider wird immer wieder und überall dem Kind beigebracht, die Spur müsse etwas Erkennbares darstellen, etwas, das von anderen erkannt und anerkannt wird.“ 

 

Was macht das Malen im Malort so besonders?

 Der Malort bietet eine geschützte Umgebung, vor äußeren Einflüssen, Wertung und Vergleich. Innerhalb der vier Wände sind alle gleich. Jeder, so verschieden er ist, tut das gleiche, wird ernst genommen, unterstützt, doch in Ruhe gelassen. Das Malen hier ist befreit und so angenehm unspektakulär.

 Alle gemalten Blätter verbleiben im Malort und werden NICHT betrachtet, besprochen, interpretiert, bewundert oder ausgestellt.

 „In diesem Spiel, ein Spiel, in dem das Kind das Ausmaß seines Wesens erfährt, kann verwirklicht werden, was in der wahren Welt nicht durchführbar wäre.“

 

Warum Maloase?

Wenige Tätigkeiten faszinieren und entspannen Kinder heute so wie das Malen. Was die wenigsten vermuten: Es ist uns allen ein Grundbedürfnis und fester Bestandteil kindlicher Entwicklung.

 Im Alltag, egal ob zu Hause oder in Kinderbetreuungseinrichtungen gibt es dafür oftmals viel zu wenig Platz und Zeit. Die Maloase schafft einen optimal eingerichteten Bereich für diese Tätigkeit und man nimmt sich gerne Zeit, diesen ruhigen, optimal eingerichteten Platz zu nützen. Die Maloase ahmt die Bedingungen im Malort bestmöglich nach und Pädagoginnen erhalten die nötigen Informationen, um der dort entstehenden Spur achtsam und fördernd zu begegnen.

 

Was kann ich tun, um die Spur meines Kindes zu fördern?

Dich und dein Kind im Malort einschreiben, in Schule oder Kindergarten nach einer Maloase fragen, Arno Sterns Bücher lesen, die Formulation kennen lernen.

 „Auf dem Blatt ist eine Fülle, ein Treiben, von keinem Zweifel, keinem Zögern eingeschränkt, losgelöst von allem Fremden.“

 Genügend gutes, großes Papier (zu Beginn A4, danach mind. A3), eine feste Unterlage und bis 2 Jahre am besten einen schwarzen Kugelschreiber, danach Blei- und Buntstifte, bienenwachshältige Wachsmalkreiden bereit haben. Dazu setzen, selbst malen oder zuschauen, nicht loben, nicht staunen, nicht fragen, nicht kommentieren, einfach da sein und bei Bedarf ein neues Blatt reichen. Das Spiel des Kindes ernst nehmen, und nicht als Kritzelei abtun, auch wenn nichts erkennbar ist. Das sind die ersten Schritte einer endlosen Entwicklung, einer unermesslich abenteuerlichen Reise. Danach die Blätter sammeln, mit Datum beschriften, nummerieren und aufbewahren.

 „Die Zustimmung der Erwachsenen ist für die Äußerung das, was der fruchtbare Boden für den entstehenden Baum ist. Die Art und Weise, wie sie auf diese erste Äußerung eingehen, ist entscheidend für deren Entwicklung.“