arno-sternARNO STERN, 1924 in Kassel geboren, heute in Paris lebend, ermöglicht seit über sechzig Jahren im Malort Menschen jeden Alters, ihren spontanen Ausdruck wieder zu entdecken.

„Die Spielfähigkeit, in diesem fördernden Rahmen, ist beim großen Menschen nicht geringer als beim kleinen.“

Nach seiner Flucht aus Deutschland arbeitete er ab 1946 für kurze Zeit in einem Heim für Kriegswaisen in Fontenay-aux-Roses, wo er die Kinder täglich malen ließ. Er entdeckte von da an schrittweise die wahre Bedeutung des Malens für Kinder und ihre Entwicklung.

„Ich wusste nicht, dass damit Wunder geschehen können.“

In der Folge eröffnete 1948 in Paris den ersten Malort.

„Der Malort ist ein fremdes Land – ein Traumland. Ein Ort der Verschwiegenheit und auch der Strenge. Aus seinen Wänden strahlt der farbige Widerhall von vielem Erlebten in den Raum. Endlos folgte auf diesen Wänden ein Blatt dem anderen. Welten entstanden in ihnen – grenzenlos, dem Sehnen nach Unendlichkeit angemessen, das sich nur in diesem Geborgensein ausleben kann.“

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Arno Stern gründete das Institut für Ausdruckssemiologie und macht es sich seither zur Aufgabe, die Formulation bekannt zu machen und die kindliche Spur zu schützen. In Ausbildungsseminaren vermittelt er ihre Gesetzmäßigkeiten und Bedeutung sowie Richtlinien für einen achtsamen Umgang damit.

„Die Äußerung des Kindes ist nicht – wie Belehrende das glauben – unerfüllte Kunst. Deshalb ist es sinnlos, diese Äußerung verändern, das heißt durch Belehrung bereichern zu wollen“.

Die spontane, zweckfreie Äußerung, die so genannte FORMULATION, ist keine Folge von Eindrücken und keine Wiedergabe von Gelerntem, sie ist eine Notwendigkeit, die sich dem Malenden gewissermaßen aufdrängt, sie dient nicht der Kommunikation, will dem Betrachter nichts mitteilen.

„Ich weiß jetzt auch, dass allein schon das Wissen um die Formulation bereichernd sein kann und dass es sogar die Einstellung zu den Mitmenschen ganz grundlegend verändert“.